Vom Zuckerrohr zum Destillat

Zuckerrohr

Zuckerrohr - CanaBasis für Cachaça (und auch für Rum) ist Zuckerrohr. Während der frische Zuckerrohrsaft die Basis für Cachaça ist, wird für Rum die Melasse verwendet. Wie aber ist die Pflanze beschaffen und was muss für eine hochwertige Spirituose aus derem Saft getan werden?

 

Je nach Zuckergehalt und Reifegrad der Pflanze wird Cana - wie Zuckerrohr auf portugiesisch heißt - teilweise ganzjährig geerntet. In Zeiten mit starkem Regen ist der Zuckergehalt niedrig und liegt bei etwas über 10%, in trockenen Zeiten erreicht er 20%. Es wurden auch schon 28% in Bahia gemessen. Um ordentlich gedeihen zu können, braucht das anspruchslose Zuckerrohr Temperaturen zwischen 25 und 30° - ist es kälter, verlangsamt sich das Wachstum, unter 15°C wächst die Pflanze nicht mehr. Der Wasserbedarf der Pflanze ist sehr hoch - es darf aber nicht stehen, da sonst die Pflanze fault. Es sind also hügelige Anbaugebiete vorteilhaft.

 

Die ganzjährige Pflanze wird über geschlechtslose Fortpflanzung vermehrt. Junge Sprossstücke des Zuckerrohres werden abgeschnitten, in Reihen mit einem Abstand von etwas weniger als 2 Meter in den Boden gelegt und mit Erde bedeckt. Schon nach einer Woche sind die ersten Stecklinge sichtbar. Nach einem Jahr kann die erste Ernte erfolgen. Danach schlagen die Pflanzen erneut aus und ermöglichen weitere Ernten - wirtschaftlich sind maximal 7 Ernten. Je nach Region werden auch nur 2 durchgeführt. Eine Pflanze kann bis zu 20 Jahre alt werden, wobei das Wachstum mit zunehmenden Alter abnimmt.

 

Wenn der Zuckergehalt der Pflanze sein Maximum erreicht, wird geerntet. 2 Methoden werden dazu verwendet: die Ernte mit der Hand und die unter Verwendung von Feuer.

Bei der ersteren Methode wird das Rohr mit einer Machete über dem Boden abgeschlagen. Diese aufwändige Methode kommt zum Einsatz, wenn hochwertiger Cachaça artesanal produziert werden soll. Wird mit Feuer geerntet, vereinfacht dies die Ernte, da die scharfkantigen Blätter weggebrannt werden und keine Verletzungen nach sich ziehen können. Ausserdem werden Schlangen, Mücken und sonstige Tiere durch das Feuer vertrieben. Allerdings verträgt das Zuckerrohr die Hitze nicht ohne Blessuren. Diese Methode wird auf großen Plantagen eingesetzt, wenn die Masseproduktion im Vordergrund steht - also bei der Gewinnung von Alkohol als Treibstoff oder auch für industriell produzierten Zuckerrohrschnaps. In einigen Gebieten werden mittlerweile auch Erntemaschinen eingesetzt, die allerdings aufgrund ihres Gewichtes den Boden zu stark verdichten.

 

Ebenso wie die Zuckerrübe wird das Zuckerrohr im Wachstumsverlauf von einer Reihe von Krankheiten und Schädlingen bedroht. Der wohl gefährlichste Schädling für das Zuckerrohr ist eine Schmetterlingsraupe, die sich durch das zuckerhaltige Mark frisst. Die Anfälligkeit für Parasiten nimmt beim Zuckerrohranbau einen größeren Raum ein als bei anderen Pflanzen, weshalb allzu gern auf Pestizide zurückgegriffen wird.

Die Bagasse - das ausgepresste Zuckerrohr - kann als Dünger wieder in den Boden eingearbeitet werden. So bleibt der Acker selbst nach 500 Jahren Monokultur fruchtbar. Werden zusätzliche Dünger verwendet, kann dies zu erheblichen Belastungen führen. Allerdings sorgt der Regen für ein Ausspülen der wichtigen Minerale.

 

Der Einsatz von Stickstoff und Pestiziden ist oft bei der Massenproduktion zu finden. Besonders problematisch ist der Einsatz von immer persistenteren Pflanzenschutzmitteln, da diese oft verhindern, dass der Boden für andere Kulturpflanzen genutzt werden kann.

Das geerntete Zuckerrohr sollte innerhalb von 24 Stunden verarbeitet werden, da die Saccharose schnell abgebaut wird. 1 Hektar Zuckerrohr ergibt bis zu 10 t Zucker. Oftmals wird eine Rotations-Felder-Wirtschaft angewendet. Bei einem 3-Jahresrythmus dient das erste Feld der ErstZuckerrohranpflanzung, während das zweijährige Feld für die zweite Ernte genutzt wird und das dritte Feld seine letzte Ernte erbringen soll.

Für hier angebotenen traditionellen Cachaças wird das Zuckerrohr ökologisch verträglich angebaut. Nicht alle Hersteller lassen sich dies jedoch zertifizieren, da der finanzielle und zeitliche Aufwand erheblich ist. Industrielle Hersteller meiden regelmäßig den höheren Aufwand beim Anbau von Zuckerrohr.

Aber auch die anderen im Shop aufgeführten Brennereien greifen auf ökologisch angebautes Zuckerrohr zurück - so ist die Qualität des Endproduktes besser, weil die Gärung des Zuckerrohrsaftes nicht beeinträchtigt wird.

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